Folgen der zunehmenden Meeresverschmutzung und des Unterwasserlärms
Besonders die Delfine leiden unter der von den Menschen verursachten
Verschmutzung der Meere. Durch Flüsse und die Luft gelangen tausende giftiger
Chemikalien ins Meer, Schiffe werfen auf hoher See ihre Abfälle über
Bord oder reinigen ihre Treibstofftanks. Tankerunglücke, Müllverklappung
oder freigesetzte Radioaktivität bei der Entsorgung von radioaktivem Müll
verseuchen die Meere.
Der Mensch hat leider, beeindruckt von der scheinbar unendlichen Größe
der Weltmeere, beschlossen, dass diese eine hervorragende Müllentsorgungsstelle
sind. PCB, DDT, Quecksilber, Cadmium und verschiedenste andere organische und
anorganische Schadstoffe sammeln sich so im Meer und werden im Laufe der Nahrungskette
angesammelt. Die Delfine leiden unter diesen Belastungen des Wassers. Sie stehen
am Ende der maritimen Nahrungskette und in ihren Körpern, besonders in
der Fettschicht unter der Haut, sammeln sich diverse Schadstoffe. Diese können
entweder direkt oder durch die Schwächung des Immunsystems zu verschiedenen
Krankheiten oder sogar zum Tod führen. Weitere Folgen können Unfruchtbarkeit
oder genetische Veränderungen sein. Die Schadstoffkonzentrationen besonders
im Blubber der Tiere sind inzwischen so hoch, dass das Problem der Delfin-
und Waljagden (siehe z.B. Norwegen) möglicherweise
bald nicht mehr existiert, ganz einfach deshalb, weil die Tiere so stark belastet
sind, das ihr Verzehr für den Menschen gesundheitliche Schäden haben
kann. Ein zugegeben sehr schwacher Trost.
Welche Folgen die Meeresverschmutzung für Delfine haben kann, zeigt ein
Massensterben von Delfinen, welches sich 1987 an der Ostküste der USA
ereignete (detaillierte Beschreibung)
Unterwasserlärm
Neben der Verschmutzung der Meere durch von Menschen freigesetzte Giftstoffe
schädigt auch der zunehmende Unterwasserlärm die Delfine und andere
Waltiere. Unterwassersprengungen, Bohrinseln, große Schiffe und deren
Echolot, etc. sorgen für eine Lärmkulisse, die bei den betroffenen
Tieren Stress auslöst, ihr empfindliches Sonar stört und im Extremfall
zu dauerhaften Gehörschädigungen führen kann. So ist erst vor wenigen Monaten
bekannt geworden, dass das neue LFAS-Echolotsystem
der US-Navy wahrscheinlich für den Tod mehrerer Wale vor den Bahamas verantwortlich ist.
Noch stärker als die im Meer lebenden Cetaceae leiden die
Flussdelphine unter den menschlichen Aktivitäten und der Verschmutzung
ihrer Lebensräume, den Flüssen. Der Baiji (Lipotes xevillifer), welcher
ausschließlich im Yangtse in China lebt, ist aufgrund menschlicher Aktivitäten
bereits so gut wie ausgestorben. 1997 wurde nach einer Zählung der Bestand
dieser Art auf nur noch 30 bis 40 Tiere geschätzt. Einer
neueren Meldung (Aug. 2002) der WDCS zufolge muss davon ausgegangen werden,
dass der Baiji in absehbarer Zeit ausstirbt. Ebenfalls unmittelbar vom Aussterben
bedroht ist der Indische Flussdelphin in Pakistan. Seine Populationsgröße
ist inzwischen auf unter 500 Tiere zurückgegangen.
© 2003 by delfine.net
|