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Bedrohungen durch kommerzielle Jagd

Unter der kommerziellen Jagd litten in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten besonders die Populationen der verschiedenen Bartenwale. Beispielsweise leben heute nur noch etwa 3000 Blauwale in den Weltmeeren. Da diese Hompage sich aber schwerpunktmäßig mit Delfinen befasst, werde ich dieses Thema nicht näher darstellen. Meines Wissens nach betreiben heutzutage nur noch Norwegen und Japan kommerziellen Walfang. Weiterhin ist es unter dem Begriff "aboriginal whaling" (Eingeborerenwalfang) den Eingeborenen von Alaska, Grönland, Russland, St. Vincent und Kanada erlaubt, neben Zwergwalen (Grönland) auch Grauwale (Russland, Indianerstamm der Makah), Finnwale (Grönland), Buckelwale (St. Vincent, Grönland) und Grönlandwale (Alaska, Kanada, Russland) zu jagen. Weitere Informationen finden sich in verschiedenen Büchern und Internetseiten.
Trotz des seit 1986 geltenden weltweiten Verbotes der kommerziellen Waljagd auf Bartenwale durch die Internationale Walfangkommission (kurz IWC), töten sowohl Norwegen als auch Japan weiterhin Wale. Norwegen umgeht das Fangverbot ganz einfach dadurch, dass es die Beschlüsse der IWC nicht anerkennt, während Japan unter dem Vorwand des "wissenschaftlichen Walfangs"weiterhin Wale tötet.

Norwegen
Nach dem Inkrafttreten des kommerziellen Walfangverbotes 1986 durch die IWC untersagte noch im gleichen Jahr das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) ebenfalls den Handel mit Walprodukten, um die zu dieser Zeit unmittelbar vom Aussterben bedrohten Wale vor weiterer Verfolgung zu schützen. Norwegen brachte gegen beide Entscheidungen Vorbehalte ein und war somit nicht an die Beschlüsse gebunden.
Einige Jahre später (1993) nahm es den kommerziellen Walfang auf nordatlantische Zwergwale wieder auf und häufte in den folgenden Jahren mehr als 1000 Tonnen Walspeck (Blubber) in Lagerhallen an, da es am heimischen Markt keine Abnehmer findet. Im vorletzen Jahr (2001) versuchte die norwegische Regierung, einen Teil des Walspecks nach Japan zu exportieren. Rechtlich wäre dies legal gewesen, da auch Japan gegen das CITES-Handesverbot Vorbehalte geäußert hatte. Das der Export dennoch scheiterte hatte einen ganz anderen Grund: Die Schadstoffbelastungen des Walspecks war so hoch, dass diese die zulässigen Grenzwerte für den menschlichen Konsum übertrafen.
Wenig später fand sich jedoch ein anderer Abnehmer für Zwergwalfleisch und -speck. Am 15. Juli 2002 verließen zum ersten mal seit 14 Jahren offiziell acht Tonnen Zwergwalfleisch und -speck einen norwegischen Hafen in Richtung Island. Auch dieser Export verstößt nicht gegen internationale Vereinbarungen, da Island, genau wie Norwegen und Japan Vorbehalte gegen das CITES-Handelsverbot mit Walprodukten geäußert hatte.
Außerdem ist norwegischen Berichten zufolge ein Export auf die Färöer-Inseln geplant. Ein Export auf die Färöer-Inseln wäre allerdings illegal, da diese keinen Einspruch gegen das Handelsverbot erhoben hatten.

Heute noch werden von Norwegen Zwergwale (Balaenoptera acutorostrata) gejagt: Im Jahr 2001 wurden 549 und im Jahr 2002 wurden 674 Zwergwale zum Abschuss freigegeben.

Japan
Trotz des seit 1986 geltenden weltweiten Verbotes der kommerziellen Waljagd auf Bartenwale durch die Internationale Walfangkommission (kurz IWC) tötet auch Japan unter dem Vorwand des "wissenschaftlichen Walfangs" in heutiger Zeit kleinere Bartenwalarten und Pottwale (Physeter catodon), allerdings im wesentlich geringeren Umfang als vor 1986.
Besonders aber die Delfine wurden von japanischen Fischern in den letzten Jahrzehnten zunehmend verfolgt, um die im Inland vorhandene Nachfrage nach Walfleisch zu decken. Die Tötung der Dall-Schweinswale (Phocoenoides dalli) beispielsweise, einer kleinen Delfinart, stieg im Jahr 1988 sprunghaft von etwa 10 000 Tieren jährlich auf offiziell 39 737 Tiere an. Das besonders Alarmierende an dieser Entwicklung ist, dass alle getöteten Schweinswale einer von zwei Populationen angehören, deren Gesamtgröße auf 105 000 Tiere geschätzt wird. Andere Quellen sprechen von 150.000 getöteten Tieren zwischen 1986 und 1990 bei einem Gesamtbestand von 300.000 Dall-Schweinswalen in den japanischen Gewässern. Innerhalb von vier Jahren wäre damit die Hälfe der Gesamtpopulation vernichtet worden.
Außer diesen erschreckenden Zahlen ist zu berücksichtigen, dass die angewandten Jagdmethoden für die Delfine in aller Regel einen langsamen und qualvollen Tod zur Folge haben. Andere Delfinarten wie der Große Tümmler (Tursiops truncatus), der Fleckendelphin (Stenella fattentuata) oder der Gemeine Delfin (Delphinus delphis) fallen japanischen Delfinjägern ebenfalls immer wieder zum Opfer.
Grindwale (Globicephala melas) werden ebenfalls von den Japanern verfolgt. Für die Fischer ist dies kein schlechtes Geschäft. 1990 wurden 100 Gramm tiefgefrorenes Grindwalfleich („gondo“) für 1360 Yen verkauft, umgerechnet entspricht dies einem Preis von etwa 20 Euro.

Färöer-Inseln
Grindwale werden auch von den Bewohnern der Färöer-Inseln, einer Inselgruppe im nordöstlichen Atlantik, gejagt. Diese Grindwaljagd wurde in früherer Zeit hauptsächlich aus wirtschaftlicher Notwendigkeit heraus betrieben, inzwischen ist sie aber für die Ernährung der Bewohner unbedeutend. Die Färöer-Inseln gehören offiziell zum dänischen Staatsgebiet und der Lebensstandard ihrer Bewohner entspricht denen der Dänen. Für die Grindwale allerdings ist diese traditionelle Jagd möglicherweise existenzbedrohend. Es gibt keine Schätzungen über die Größe der betroffenen Populationen und deshalb ist nicht bekannt, welche Auswirkungen die Jagd hat. Verschärft wird die Situation dadurch, dass ganze Herden mit Jungtieren, Müttern und schwangeren Weibchen den Menschen zum Opfer fallen.

Auch in der Arktis werden von einigen Ländern immer noch Zahnwale zum Verzehr getötet.

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