Probleme der ersten Delfinarien
Anfangs hatten alle Delfinarien, die nicht unmittelbar am Meer lagen, ein
großes Problem, welches die Lebenserwartung der Delfine drastisch reduzierte:
die Wasserqualität. Sie konnten nicht laufend einen Teil des Beckenwassers
gegen unverschmutztes Wasser aus dem Meer ersetzen, sondern mussten das Beckenwasser
in einem geschlossenen Kreislauf halten.
Zu Beginn der Delfinhaltung orientierte man sich bei der Wasseraufbereitung, der Ernährung
und der Hygiene an den Erfahrungen, welche man mit Robben und Seelöwen
gemacht hatte. Dabei berücksichtigte man nicht die teilweise gravierenden Unterschiede
zwischen den beiden Tiergruppen. Robben und Seelöwen verbringen einen nicht unerheblichen
Teil ihres Lebens an Land. Bei ihnen ist eine laufende Wasserkontrolle nicht
unbedingt notwendig. Dies zeigt sich z. B. an der Tatsache, dass Robben und Seelöwen
früher erfolgreich mehrere Jahre lang in Süßwasser gehalten wurden.
Delfine dagegen benötigen eine wesentlich besser kontrollierte Wasserqualität. Zum
einen verbringen sie ihr gesamtes Leben im Wasser und zum anderen besteht die Haut
aller Cetacea aus lebenden Zellen. Die Folgen eines zu geringen Salzgehaltes werden wie
folgt beschrieben: „Ein langer Aufenthalt in Wasser, das einen niedrigeren Salzgehalt als
ein Prozent hat, verursacht deshalb flächige Nekrosen und Geschwüre. Nach etwa drei
Wochen unter diesen Bedingungen beginnt eine schnelle Degeneration der Hautzellen." (Breier/Reiter S.66)
Neben der hohen Empfindlichkeit der Delfine gegenüber Salzgehaltsschwankungen und
Wasserverschmutzungen verursachen die Delfine durch ihre Exkremente selber eine
stetige Wasserbelastung mit organischen Stoffen. Dazu kommen noch Nahrungsreste
und Schmutz, welcher bei Außenbecken vom Wind in das Wasser geweht wird. Ein
Delfin produziert täglich etwa vier Liter Urin und 1,4 Kilogramm Kot, welcher wieder
aus dem Wasser entfernt werden muss.
Zunächst versuchte man, dieser Belastung durch Filtersysteme zu begegnen, die von
Spezialisten für Swimming-Pools geplant und gebaut wurden. Diese hatten allerdings
keine Erfahrung mit (künstlichem) Meerwasser, das aufgrund seines Salzgehaltes stark
korrosiv wirkt und Filter und Pumpen angreift. Außerdem verursachen Delfine eine
Dauerbelastung, welche bei Schwimmbecken ebenfalls nicht vorhanden ist. Inzwischen
hat man dieses Problem der Delfinhaltung gelöst, während andere Probleme weiter existieren.
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