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Einzelgängerische Delfine

Pelorus Jack

Bereits aus dem Jahr 1888 stammt die Geschichte von einem Rundkopf-Delfin, welcher regelmäßig die Dampffähren begleitete, welche zwischen der Nord- und Südinsel Neuseelands verkehrten. Rundkopf-Delfine besitzen nicht, wie z. B. der Große Tümmler eine längliche Schnauze, sondern einen breiten und eher runden Schädel. Da er immer die Schiffe auf der Teilstrecke durch den Pelorus-Sund begleitete, erhielt er den Namen „Pelorus Jack“. Sobald er das Geräusch eines Bootmotors hörte, war er zur Stelle und begleitete das Boot häufig eine halbe Stunde lang. Dies sprach sich schnell herum und bald machten viele Menschen die Reise zwischen Nelson und Wellington nur, um Pelorus Jack zu sehen. 1904 wurde er sogar unter den Schutz der neuseeländischen Regierung gestellt, nachdem jemand auf den Delfin geschossen hatte.

Der Delfin Jojo

Auch von der Karibikinsel Providencials ist der Kontakt zwischen einem Delfin und den dort lebenden Menschen bekannt. 1980 bemerkten die Fischer der Insel einen Delfin, der sich fast immer in der selben Bucht aufhielt. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine enge Freundschaft zwischen dem Tier, welches den Namen Jojo erhalten hatte und dem Kalifornier Dean Bernal. Diese Freundschaft besteht bis heute (1992) fort. Zahlreiche weitere Kontakte aus den achziger Jahren sind bekannt, so Fungie im westirischen Hafen von Dingle, Simo im walisischen Fischerhafen Solva und Freddie im nordenglischen Amble.

Die allgemeine Aufmerksamkeit, die ein solcher Kontakt hervorruft und die in der Regel folgenden Touristenströme, bleiben leider für die betreffenden Delfine nicht immer folgenlos.

Die Geschichte von Percy

Besonders deutlich wird dies an der Geschichte von Percy. Dieser war ein erwachsener, sehr großer männlicher Großer Tümmler. Erstmals wurde er im Januar 1981 vor der Nordküste Cornwalls (England) gesichtet. In den folgenden vier Jahren hielt er sich in einem kleinen Küstenstreifen von etwa 25 km Länge auf. Zunächst war Percy sehr zurückhaltend. Er folgte Booten und näherte sich Tauchern, aber einen nahen Kontakt mit Menschen nahm er erst 1983 auf. Eine besonders enge Freundschaft ging er mit einem einheimischen Taucher ein und verbrachte lange Zeiträume in seiner Nähe. Im Frühjahr und Frühsommer des Jahres 1984 duldete Percy gewöhnlich, dass man ihn streichelte oder sich an seiner Rückenflosse festhielt und kurze Strecken durch das Wasser ziehen ließ. Schließlich begann die Sommersaison. Lokale und nationale Zeitungen berichteten über Percy und seine Aktivitäten und auch das Fernsehen schickte ein Aufnahmeteam. Der Delfin war eine Berühmtheit geworden.
Die häufigen Berichte über Percy führten natürlich zu einem stark ansteigenden Besucherstrom. Häufig war er nun tagsüber von einer großen Zahl von Schwimmern und Tauchern umlagert, welche alle den Delfin sehen und wenn möglich berühren wollten. In dieser Zeit änderte sich seine Stimmungslage und sein Verhalten dramatisch. Häufig traten nun Verhaltensweisen auf, die als aggressiv oder drohend einzustufen waren. Hierzu gehörten Stöße mit dem Schnabel auf Brust oder Arm oder Bisse. Ein anderer Zwischenfall betraf einen Windsurfer. Während sich dieser weit draußen auf dem Meer befand, versuchte Percy, quer über das Board zu springen. Dabei landete er jedoch, ob aus Versehen oder Absicht, auf dem Vorderteil des Boards, welches natürlich unter dem Gewicht des etwa 360 Kilogramm schweren Delphis zerbrach. Der entsetze Surfer wurde ins Wasser geschleudert, wo er später von der Wasserrettung aufgenommen wurde. Dieser Zwischenfall steigerte natürlich die Bekanntheit von Percy weiter.
Irgendwann kam es schließlich, wie bereits im Altertum in der Geschichte vom Delfin von Hippo Diarrhytus, zu Konflikten unter den Einheimischen. Als schließlich der Sommer zu Ende ging und die Zahl der Touristen wieder sank, waren die meisten Bewohner der Küste darüber sehr erleichtert. Auch Percy kehrte wieder zu seiner sanften und freundlichen Natur zurück. Im Winter desselben Jahres verschwand er aus dem Gebiet.

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