Die Rettung des Arions
Eine der bekanntesten Geschichten ist mit Sicherheite die aus
dem 7. Jh v. Chr. stammende Erzählung über Arion und seine
Rettung durch die Delfine.
Arion, der angeblich begabteste Lyraspieler seiner Zeit, wollte
nach einer erfolgreichen Gastspielreise durch Italien und Sizilien in seine
Heimatstadt Methymena auf der Insel Lesbos zurückkehren. Er schiffte sich
für die Heimfahrt von Taras nach Korinth auf dem Schiff korinthischer Seeleute
ein.
Sobald sie sich aber auf hoher See befanden, erfuhr Arion, dass die Seeleute
ihn berauben und töten wollten. Er flehte sie an, das Geld zu nehmen, aber
ihn am Leben zu lassen. Die Seeleute befürchteten aber, er könne sie
später verraten und sie stellten Arion vor die Wahl, entweder sich selbst
zu töten oder über Bord zu springen. Allerdings gewährten sie
ihm noch seine letzte Bitte, ein Lied singen zu dürfen. Nachdem Arion sein
Lied zu Ehren Apolls beendet hatte, sprang er über Bord und das Schiff
segelte nach Korinth weiter.
Durch Arions Gesang war allerdings ein Delfin angelockt worden, der ihn auf
seinem Rücken an die Küste von Taenaros brachte. Von dort gelangte
Arion noch vor der Ankunft der Seeleuten nach Korinth und berichtete König
Periander, was ihm widerfahren war. Der König allerdings glaubte zunächst
Arions nicht. Als aber die Seeleute eintrafen und nachdem sie Arion erblickt
hatten, ein Geständnis ablegten, war der König überzeugt und
ließ die Seeleute bestrafen.
Diese Geschichte findet sich in mehreren klassischen Texten. Zuerst
aufgeschrieben wurde sie vom griechische Geschichtsschreiber Herodot und mehrere
Jahrhunderte später bezogen sich Plutarch, Aelian und Oppian auf Herodots
Erzählung.
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